Montag, 16. Januar 2012

Stinksauer ...

Es gibt Tage, da finde ich MS noch ungerechter als sonst. Meine Krankenkasse bezuschusst Homöopathie. Das finde ich klasse. Denn seit Jahren mache ich viel auf dem Gebiet und merke, wie gut es mir damit geht.

Ich zahle selbst, denn es bleibt nichts anderes übrig. Versucht man halt über die jährliche Steuererklärung den einen oder anderen Euro wieder zu bekommen, aber so etwas "Exotisches" war bisher nicht im Leistungsportfolio der gesetzlichen Kassen. Da darf man sich glücklich schätzen, wenn man sich diese Extras leisten kann.

Auf der anderen Seite, konventionelle Therapien von der Pharmaindustrie, die monatlich mehrere tausend Euronen kosten, werden bezahlt und problemlos genehmigt. Einige hundert Euro oder weniger für Homöopathie, die oft wesentlich besser ist, sind da nicht drin. Versteh ich total. Ein Anruf klärte mich heute auf. Ich müsste den Arzt wechseln, um in den Genuß eines Zuschußes zu kommen oder mein Arzt muss sich dafür einsetzen, die Genehmigung von der Kasse zu erhalten.

Und das bringt mich so ein wenig in Rage. Wie auch immer, es ist ein richtig netter Umstand. Entweder ich bearbeite meinen Arzt, sich in den Papierkrieg mit der Kasse zu begeben und warte ab. Eine Lösung. Die andere wäre, zu einem anderen Arzt zu gehen und erst einmal vorzufühlen, ob das überhaupt geht und ob er eine Ahnung von MS hat. Denn nicht jeder Arzt kann mit MS und dann wird halt herum gedoktert. Das habe ich auch schon erlebt und danke, das brauch ich nicht.

Damals wurde ich mit einer riesigen Auswahl an bunten Pillen entlassen, die für alles Mögliche gut waren, aber MS nicht beeinflussten. Dafür bekam ich Magenschmerzen und war ewig müde.

Ich scheitere, wie immer, an der Bürokratie und es wiehert nur so. Das  Schimmelchen vom Amt. Könnte man so sagen, denn anstatt das Leben zu erleichtern, darf ich jetzt zusehen, wie ich zu meinem 100 Euro Zuschuß (mehr verspricht man ja sowieso nicht) kommen kann. Ob es mir die Kraft wert ist, den Arzt zu wechseln, einen Papierkrieg anzuzetteln oder mit in Diskussionen zu begeben, muss ich jetzt entscheiden. Noch etwas, das mir total auf die Nerven geht.

Wieso gestaltet unsere Regierung und die KK Bosse diese Regelungen so schwierig und undurchsichtig? Ich wünsche mir mehr Transparenz, weniger Lobby und mehr Vereinfachung für unsereins, der halt nun mal blöderweise in der gesetzlichen Kasse festhängt und sowieso immer mehr mit Einschränkungen und Beschneidungen leben muss.

Aber einen Vorteil hats, ich bin wenigstens ein billiger Patient. Das, was mir hilft, darf ich nämlich sowieso selbst zahlen. Für was ich versichert bin, verstehe ich sowieso nicht mehr ....

Fuchtige Grüße

Birgit

Kommentare:

  1. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass der Zentralverein homöopathischer Ärzte seit einigen Jahren ausbildet und Zertifikate vergibt, und sich für die Anerkennung ihrer Absolventen eingesetzt hat. Wer woanders Homöopathie gelernt hat, kann nicht mit der Kasse abrechnen. (Und will vielleicht auch gar nicht, weil privat mehr Geld bringt.)

    Vielleicht ist ein Antrag auf Kostenübernahme (oder wie immer das genau heißt) gar nicht so kompliziert, wenn der Arzt mitmacht?

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  2. Mensch Birgit, am 10. januar warst du noch so schön dankbar ................

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  3. Jup! Stimmt! Und heute bin ich so schön sauer. Isso.
    Allerdings bin ich ja immer noch dankbar. Dankbarkeit für schubfreie Phasen hat ja nichts mit komischen Plänen von Kassen zu tun. Außerdem, so ist das Leben: Jeden Tag etwas Neues. Oder? ;-)

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  4. Liebe Irene, es gibt dieses "Spezialprogramm" von den Kassen neuerdings. Läuft seit 1.1.. Die positive Seite ist, dass die Kassen langsam erkennen, dass man auch mit Homöopathie viel schaffen kann. Die negative Seite ist, dass man in den Papierkrieg ziehen muss, um die Genehmigung zu kriegen. Mittlerweile bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, dass ich versuche, mit meinem Arzt gemeinsam diese Nummer durchzuboxen. Allerdings weiß er das noch nicht .... das erkläre ich ihm nächste Woche und dann werden wir ja sehen.

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