Freitag, 9. Februar 2018

Vom Sessel, der nicht loslässt und dem Haus mit MS!

Kennt Ihr das? Ihr sitzt gemütlich in einem Sessel. An manchen Tagen ist man froh darum, es einfach zum Sessel geschafft zu haben und fällt erleichtert hinein und macht es sich gemütlich. So ein Sessel kann wie eine Umarmung sein, der hält dich fest. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Geht es nämlich ans Aufstehen, hat man es oft nicht leicht und ich fühle mich schon auch ab und an wie ein Käfer, der auf dem Rücken liegt und versucht, irgendwie auf die Beine zu kommen. Was mir dabei auffällt ist, dass oft darüber gegrinst wird. Weil sich gesunde Menschen oft nicht vorstellen können, wie schwierig es für jemand mit MS sein kann, diesem Sessel wieder zu entkommen. Also aufzustehen und weiter zu gehen. Oft ist das auch mit Schmerzen verbunden, man ist steif und muss erst wieder locker werden, bevor man weiter kann. Kurz, man braucht einen Moment.

Wie gesagt, nicht jeder versteht das und bitte, wie erklärt man das? Oft sind diese Momente der MS ja eher unsichtbar, nur man selbst fühlt diesen Widerstand im Körper, die Steifheit und Unbeweglichkeit, die nach längerem Sitzen aufkommen kann.

Sonntag, 21. Januar 2018

D-Day - Diagnose Day - 13 Jahre mit Trulla

Als ich vorhin aufwachte, war klar, heute ist unser D-Day. Also unser Diagnose Day. 2005, also vor 13 Jahren bekam ich die Diagnose und Fräulein Trulla zog ein.

So gesehen, das hat viel verändert. Im ersten Moment dachte ich ja, dass mein Leben quasi einmal volle Pulle gegen die Wand gefahren war. So Totalschaden.

Aber wenn ich eines daraus gelernt habe: Totalschaden ist nur, was man einen Totalschaden sein lässt.
Es liegt an einem selbst, was man irgendwie draus macht. Klar wäre es einfach, sich auf das Sofa sinken zu lassen und einfach zu warten. Fragt sich halt, auf was.


Donnerstag, 4. Januar 2018

Happy 2018 ... oder Erinnerungen und Philosophisches ...


Na Ihr? Seid Ihr gut nach 2018 gekommen? Ich wünsche Euch das Allerbeste für das neue Jahr! Ich sehe es wie so auf dem Bild oben, eine noch leere Straße und ich überlege mir gerade, langsam loszufahren. Nach meinem Urlaub. :-)

Bei mir ging es so, die Erkältung war nicht weg, ist sie bis jetzt nicht wirklich, ich hatte Symptome und war weniger in Feierlaune. Sofasilvester halt. Ich bin auch seit Tagen auf einem Denktrip, ich philosophiere vor mich hin und genau das wird das Geschreibsel heute. :-)

Und so gesehen, mich treibt es im Moment um, mich beschäftigen Gedanken, ich entscheide die eine oder andere Sache und habe angefangen, mein Arbeitszimmer auszumisten. Ich bin sehr rigoros und habe sogar entschieden, mein Archiv mit Modezeitungen bis auf einen kleinen Rest aufzulösen. Ich denke mir, was ich die letzten 10 Jahre nicht einmal mit einem Blick gewürdigt habe, werde ich auch in Zukunft nicht mehr wirklich ansehen. Und so schaffe ich wahre Löcher, Platz für Neues und Aufregendes und Spannendes und Dinge, die sich lohnen aufbewahrt zu werden, zumindest für den Moment. Dazu höre ich meine beiden derzeitigen Lieblings CD's. Mit a-ha schwelge ich im aktuellen Album in meiner Teeniezeit und mit Till Brönner im Jazzhimmel. Ich habe mich da gerade festgehört. :-)

Fräulein Trulla hat sich auch beschwert. Und hat fortgesetzt, nun, da sie sich mit den kleinen Erkältungsrotzern noch herumstreitet, mich ein wenig darauf hinzuweisen, dass sie ja auch noch da ist. Ist sie? Ich weiß es nicht, ich glaube, ich bin mittlerweile ganz gut darin, sie ab und an geflissentlich zu ignorieren.


Samstag, 30. Dezember 2017

Unheilbar undankbar? - Ein Rant!

Hätte man mich vor einigen Monaten gefragt, ob ich jemals sauer auf jemanden werden könnte, der geheilt aus einem Krankenhaus oder aus einer Behandlung heraus entlassen wird, hätte ich sofort gesagt, dass ich demjenigen das von Herzen gönne.

Das ist immer noch so.

Ich gönne es wirklich jedem von Herzen, der krank ist und sich in eine Behandlung begibt, wenn er am Ende erfährt, dass er geheilt ist. Gesund.

Gesund oder Geheilt ist jedoch für viele, die chronisch krank sind, ein riesiges Wort. Eines, das mit Hoffnung bestückt ist und dem Gedanken ganz befreit von Krankheit jeden Tag einfach so leben zu können.

Ist man chronisch krank, geht das nicht. Die Erkrankung, egal welche, die längerfristig ins Leben kommt oder eben chronisch, also lebenslang zum Begleiter wird, ist immer da. Egal wie man es dreht oder wendet, egal wie viele "Hilfsmittel" man bekommt, wie in unserer Zeit jetzt Apps, die uns helfen sollen, Medikamente zum richtigen Zeitpunkt zu nehmen und eben auch dazwischen vergessen zu können, die Erkrankung ist immer da.

Ich höre oft, wenn ich mit anderen Menschen mit chronischen Erkrankungen spreche: "Ach könnte man es doch heilen!"

Es ist einer der größten Wünsche, die man haben kann, denke ich: Die Hoffnung, irgendwann geheilt zu werden.