Donnerstag, 7. Januar 2016

Happy new year oder warum jetzt erst!

Wer mich kennt, der weiß, dass das neue Jahr bei mir nicht am 1. Januar startet. Liegt auch daran, dass ich ab und an ein Problem mit der befohlenen Silvesterfröhlichkeit habe. :-) Ich kann auch an Silvester muffeln, aber das ist eine andere Geschichte.

Also, am 5. Januar 2005 begann mein erster fieser Schub. Ich war auf einem Ball und frustriert, weil weder Tanz noch der Longdrink halfen, meine Unlust zu beseitigen und dass sich mein sorgfältig geschminktes rechtes Auge in Tränen über mein Gesicht auflöste, trug auch nicht zu meinem Wohlbefinden bei. Ich fühlte mich seit Tagen komisch und dieses ewige Geträne und das damit verbundene Getupfe und Gewische im Gesicht machten die Sache nicht besser.

Kurz darauf war klar was es war: Es war die Entzündung am Sehnerv, die mir das Leben schwer machte. Das am 5. Januar war quasi nur der Anfang, später sah ich noch recht charmante Doppelbilder, hatte ein Testbild wie im Fernsehen früher vor dem Auge oder gar einen Nebelschwaden.
Es war klar, Fräulein Trulla war eingezogen und bescherte mir in den folgenden zwei Jahren jedes Mal Beschwerden zum Start ins neue Jahr.



Und ja, ich bin schrullig und ein bisschen abergläubisch. Aber klopft dat Trulla nicht am 5. Januar an, ist am neuen Jahr viel dran. Positives versteht sich.

Seither gehe ich eigentlich am 5. Januar ins Neujahrskonzert, um meinen schubfreien Einzug ins neue Jahr am denkwürdigen Tag zu feiern, was dieses Jahr nicht ganz klappte, aber dennoch, ich feierte. Bei mexikanischem Essen und mit Herzblatt. Zuhause.




Weil mein neues Jahr am 5. Januar schubfrei begonnen hat und jetzt auch langsam kommen kann.

Ich habe mir jetzt eine dreiwöchige Pause gegönnt und startete bereits vor Weihnachten damit, weil ich merkte, dass mein Körper nach dieser Pause verlangte. Und da ich nicht mit Symptomen oder gar einem Schub mit dem Fräulein Trulla unter dem Weihnachtsbaum sitzen wollte, brauchte ich eine Pause vor dem Fest und eine große Pause danach.

Auch um nachzudenken und auszumisten. Und eben um mich zu erholen. Nun gut. Mehr als zwei Wochen, mein persönliches Neujahr und viele ausgemistete Papierkörbe (Ich kann euch gar nicht sagen, was der Mensch für ein Sammler sein kann, also ich öhmmm) später, kann ich eines mit Sicherheit sagen: Ich bin wieder ich.

Mein Hirn hat die Pause gebraucht und schafft jetzt wieder kluge Gedanken und schlaue Ideen, mein Körper fühlt sich fast an wie ich (brauche nur Sport und kämpfe gerade mit Herrn Schweinehund, falls jemand motivierende Gedanken hat, her damit!!!) und ich habe wieder Lust darauf, vor die Türe zu gehen.

Die Symptome, die ich hatte, sind so gut wie weg, ich kann wieder ordentlich laufen und auch die Fatigue hält sich gut in Grenzen, weil ich täglich meine Spazierrunde drehe und versuche, dabei schon einmal konsequent zu bleiben. Und die beste Aussicht: Ab Montag bekomme ich jetzt wieder regelmäßig die Krankengymnastik in Langzeit. Der erste Arztwechsel hat sich bereits am ersten Tag bewährt, als mir der neue Doc mit einem Kopfschütteln mein Rezept überreichte und mir klar machte, dass es selbstverständlich sei, dass man MS Patienten keine Langzeitbehandlung nur mit der Argumentation der Wirtschaftlichkeitsprüfung verweigern könne, weil das ein Alibi für Unmut oder derlei sei. Danke.

Es geht also alles langsam wieder los und ich freue mich drauf. Ein Gefühl, das ich noch besser finde.

Ein gutes neues Jahr also, von mir, an dieser Stelle, weil mein Jahr noch nicht so alt ist!!!

Gehts Euch gut?

Liebe Grüße
Birgit

Kommentare:

  1. Liebe Birgit,

    nachträglich alles, alles Gute zum neuen Jahr, das hoffentlich für Dich ganz, ganz spannend wird! Und herzlichen Glückwunsch zum Diplom als "Patient Expert"!
    Ich war mit meiner Schwester am 7. Jan. im Neujahrskonzert, und es war wieder sehr unterhaltsam, vielleicht nicht ganz so lustig wie in den vergangenen Jahren, was eventuell am Programm lag, das einen mir völlig unbekannten Komponisten Ernst Fischer (1900-75) enthielt.
    Zum auch für mich immerwährenden Kampf gegen den "inneren Schweinehund": Ich hab' im vergangenen Jahr "Tele-Gym" entdeckt (Bayr. FS, also 3. Progr.), werktags meistens zweimal eine Viertelstunde um 7.40 und um 8.45 Uhr (Änderungen der Uhrzeit dem FS-Programm in der Tageszeitung entnehmen). Da sind wirklich viele Programme auch für mich 60+Jährige drin, z.B. "Yoga 50+", "Aktiv gegen Osteoporose", "Qui-Gong" usw. Andere Programme, die für mich zu anstrengend sind, z.B. z.Zt. am Samstag ein Aerobic-Programm, lasse ich dann weg oder mache es in "vereinfachter Form" mit.

    Liebe Grüße,
    Jutta.

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    1. Liebe Jutta,
      Liebe Birgit!
      Telegym ist wirklich toll.
      Nicht zu lang, meist nicht zu schwer und
      Hat mir in schlechter Zeit geholfen, meinem Morgen Struktur zu geben.
      Euch ein gutes, frievolles, zufriedenes 2016
      von Mallorca im Sonnenschein
      Heidi

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  2. Liebe Jutta, liebe Heidi, es tut mir leid, wenn ich mich erst heute melde, aber ich war ein bisschen lost zwischen den Zeiten und in Terminen und mit Fräulein Trulla. Ich kenne dieses Telegym und nein, das ist nicht meins. Das ist mir zu einsam und vor allem motiviert es mich nicht. Ich suche noch die richtige Lösung, glaube aber, etwas gefunden zu haben, was passt. Danke für Eure Wünsche und Tipps. Liebe Grüße, Birgit

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