Donnerstag, 1. Januar 2026

nachhaltig – bewusst: was ich 2025 verstanden habe


Das Jahr liegt gerade hinter mir und ehrlich: es war unglaublich anstrengend.

Der Grund für eine sehr verdiente Pause liegt näher, als man denkt. Auch wenn das nicht alle verstehen und hier immer wieder anklopfen. ;-) Aber ein Learning aus diesem Jahr ist: Ignoranz. Nicht immer angebracht, aber wenn man es gut aussortiert: Hilfreich. 

Rückblickend war 2025 emotional wie körperlich herausfordernd für mich. 
Kurz gesagt: Es gab viel Bildung, viele Diskussionen und viele Learnings, die im Moment in Ideen und Veränderungen einfließen.

Es ist wie so oft, wenn ich zur Ruhe komme:
Es wächst. Mein Denken wird ruhiger, klarer, weiter. Nicht schneller – sondern verbundener, tiefer, präziser und vorwärts treibend. 

Ein wichtiges Learning für mich in diesem Jahr ist deshalb:
2026 braucht mehr Zeit zum Runterkommen - mehr freie Zeit für kreative Räume in denen meine Gedanken fließen können und sich zu Ideen verweben, die draußen wirken oder zumindest aufrütteln. 

Das ist nötig. Zum einen, um Ideen zu entwickeln und Dinge größer zu denken.
Das aufzunehmen, was in der täglichen Routine oft untergeht, und daraus Neues entstehen zu lassen. Nicht abstrakt, sondern umsetzbar. Mit neuen Perspektiven.

Zum anderen, weil ich mich in einer persönlichen und gesundheitlichen Entwicklung befinde.

Ich lebe seit 2005 mit MS. Und ich habe in den letzten Jahren – auch in diesem – viel darüber gelernt, wie sehr Gesundheit und Arbeit bei mir miteinander verwoben sind. Nicht immer einfach. Aber ich mag das, was ich mache. Genauso. Meistens. Aber ich brauche auch Balance. Zum Runterkommen. Stillhalten. Durchatmen. 

Weil es gibt sie, die anderen Tage. Die, die schwierig sind, die weh tun und die trotzdem oft nur wenige Pausen zulassen. 

Gleichzeitig erlebe ich eine weitere Veränderung: Perimenopause, später Menopause.

Ich bin jetzt offiziell ein Queenager - das habe ich auf Instagram gefunden und finde den Begriff, betrachtet man ihn mit einer guten Prise Selbstironie ziemlich treffend. 
Und bei allem Witz und Humor: Das ist keine einfache Phase, aber eine, die mich klarer werden lässt.

Ich ziehe neue Grenzen. Ich stelle andere Ansprüche. Und ich merke, dass mir das guttut. Dass es nötig ist. 

Mich selbst zu beobachten, daraus zu lernen und meinen Rhythmus besser zu verstehen und etwas davon mitzunehmen, ist eine prägende Erfahrung. Eine, die mir erlaubt, meine Arbeit so zu gestalten, dass ich nicht stoppen oder aufhören muss. Sondern weitergehen kann. Und darf. 
Ehrlich gesagt, ich muss auch weitergehen. Jetzt das zu stoppen was da ist oder liegen zu lassen? Nein. 

Weil ich meine Projekte nachhaltiger denke. Schon immer. Bewusster.

Für Menschen. Und für bessere Gesundheit.

Ich habe mir in 2025 viele Gedanken gemacht. Viel beobachtet und mir an der einen oder anderen Stelle meinen Teil leise gedacht. Diese Gedanken kommen jetzt quasi ans Licht und werden sich in 2026 an der einen oder anderen Stelle zeigen. Dieses Jahr hat mir viele Eindrücke verschafft, gute wie schlechte, Selbsterkenntnis gebracht und mir gezeigt, was nächste Schritte sein können. Ich gehe davon aus, dass ich weiter unbequem bleiben werde - dass meine eher pragmatische Art des Handelns auch weiterhin nicht allen gefallen wird. Und ich denke, dass auch manche Anmerkung oder mancher Beitrag in Diskussionen ein wenig kantig sein könnten - aber wenn, dann braucht es das vielleicht. Wir werden sehen. 

Das Jahr 2025 war für mich auch ein Jahr des Neustarts. Hinter den Kulissen war ich auf der Mission Nachhaltigkeit unterwegs. DSL DE und seine Schirmorganisation edha sind gemeinnützig - ergo auch abhängig von Förderungen. Auch das muss man betrachten und sich neue Wege suchen und einfallen lassen, denn dauerhaft wird das sonst nicht funktionieren. Und es gibt Wege, Ideen und Vorhaben. 

Das alles hat im vergangenen Jahr begonnen. Und geht jetzt weiter.

Würde mich man fragen, ob ich mich auf das neue Jahr freue? 

Hätte man mich das die letzten Jahre gefragt hätte ich eher gesagt: Nö. Ich war grundsätzlich pessimistisch und Silvester finde ich wenig ansprechend. Eher anstrengend. Mir war der "Wechsel" nicht geheuer, das Neue, das viele gepriesen haben, fand ich gruselig. 

Fragt man mich heute, kann ich sagen, dass da ein leises Freuen ist – vorsichtig, aber spürbar. 2026 kommt anders rein, es ist, als wäre da ein leiser, warmer Wind mit ein wenig Glitzi für Queenager und neuen Wegen für die Projekte. Für das, was ich wirklich machen möchte und es mit Leidenschaft auch tue. 

In den letzten Tagen, in denen ich mich quasi in meine Höhle verkrochen habe, habe ich eine Idee nach der anderen gehabt. Es sieht wahrscheinlich aus, als wäre ich süchtig nach meinem Smartphone, dabei schreibe ich nur alles auf, damit ich nichts vergesse. 

Also bin ich offen für 2026. Denn so eine Ideenflut hatte ich im erschöpften Zustand selten. 

Deshalb allen, die mich und die Projekte so unterstützt haben, vielen Dank. Bitte weitermachen, jetzt brauchen wir alle hier nochmal Rückenwind - damit aus der kleinen Brise ein kräftiger, warmer Wind wird, der ab und an pfeift und dann wieder in eine kleine Brise fällt, damit durchatmen möglich ist. 

Allen da draußen alles gute für das neue Jahr! 

Birgit 


Bild: pixabay

Text: Birgit Bauer 2026 

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