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Donnerstag, 18. Oktober 2018

Aber du siehst echt gut aus ! Oder wie im Zoo

So gesehen, ich komme langsam zurück. Nach den trubeligen Kongressen, die ich so abgearbeitet habe und wo ich echt eingebunden war, kehrt für einen Moment das ein, was ich brauche. Ruhe. Ne Pause




Aber dennoch, vorgestern passierte mir etwas, was mich dazu brachte schallend aufzulachen.




Ich saß im Patient Summit von eyeforpharma in London in einer Diskussion darüber, was Menschen mit Erkrankungen eigentlich wollen und auch wie sie möglicherweise mit der Industrie und anderen Beteiligten im Gesundheitssystem arbeiten wollen.

Ich sitze also da und sage denen, dass Menschen mit Erkrankungen doch längst online sind und wenn man mit ihnen sprechen will, sollte man das doch am besten auch dort tun, wo man sie gut erwischen kann. Zuhören und lernen und verändern war meine Ansage.

Dann kam wieder die Diskussion, die man gerne nutzt, um ein bisschen davon abzulenken, dass man eher weniger in Soc Med vertreten ist, nämlich, die Leute über 40. Das bringt mich immer ein bisschen zum Schmunzeln, weil da bin ich halt schon auch und wie man sieht, ich bin online und ich kenne ehrlich gesagt jede Menge Menschen mit MS und vielen anderen Erkrankungen, die über 40 und online sind. Mit Begeisterung. Ich weiß das auch aus Recherchen und Analysen und es gibt auch genug Statistiken dazu.

Ich habe das auch geäußert und erntete erstaunte Blicke und:

Aber du siehst echt gut aus. 

Öh ... ja, für mein Alter oder was, fragte ich frech zurück und bekam "Ja und ich hätte nicht gedacht, dass du so alt bist und wenn man bedenkt, dass du chronisch krank bist ....!"

SCHLUSS! STOP!

Mal abgesehen davon, dass ich mich für einen Moment älter fühlte als ich bin und das noch mit Humor nahm, war die MS der Aufhänger für diese seltsame Bemerkung.  Ich fragte nach, es hätte ja auch ein verunglücktes aber freundlich gemeintes Kompliment sein können, war es aber nicht. Es war das pure Erstaunen darüber, dass Menschen wie ich, deren Symptome eher unsichtbar sind nicht krank aussehen.

Ja, scheiße nochmal, Trulla zickt ab und an und ich werde sie nicht los. Ich kann das alte Biest weder umtauschen noch auf den Mond schießen, selbst die Versuche sie loszuwerden, indem ich sie ständig irgendwo zurücklassen will, enden immer damit, dass sie auf einmal wieder da ist.

Aber nur weil ich MS hab, heißt das nicht, dass ich aussehen muss wie ein oller Zombie oder? Ich meine, ich habe doch das Recht gut auszusehen, mich zu schminken, Anti Falten Cremes zu benutzen (im Moment echt viel, wegen der trockenen Fliegerluft und so ;-) ) und auch hübsche Klamotten zu tragen. Und Schuhe! (Ganz wichtig, schöne, flache Schuhe!)

Ich darf schön aussehen. Wie jede andere Frau auch. Und es ist doch eigentlich völlig wurscht, ob ich MS hab oder nicht. Pflege tut gut. Fertig.



Und so ganz Frau muss ich zugeben, ich mag gute Cremes, Düfte und andere Dinge sehr. Ich benutze auch dekorative Kosmetik und meine kleine Kosmetiktasche ist immer im Gepäck. Es hat doch auch mit dem Selbstverständnis für sich selbst zu tun und mit der Pflege des eigenen Ich. Innen und Außen. Man darf doch freundlich zu sich selbst sein oder?

Im Ernst, mit MS oder mit irgendeiner anderen Erkrankung zu leben heißt doch nicht, dass man sich nicht aufbrezeln darf, wenn man Lust drauf hat. Das ist Lifestyle und das, was so viele andere Frauen auf dieser Welt auch tun. Übrigens auch Männer.

Wie wir wissen, tut es doch gut, sich hübsch zu machen, wenn uns danach ist und es hat - zumindest schon mal auf mich - einen positiven Effekt. Ich fühle mich wohler in meiner Haut und ab und an hilft es natürlich auch Trulla zumindest visuell und auch in meinen Gedanken für einen Moment auszusperren.



Es ist ein bisschen wie im Zoo. Manchmal. Dann sitzt du da, allen schauen dich musternd an und denkst dir, warum soll ich jetzt wegen meiner MS anders aussehen?

Ein neuer typischer Fall von : #butyoudontlooksick :-) aus dem Leben der Birgit B. in Begleitung mit dem Fräulein Trulla.

Ach ja übrigens, ich habe angefangen, einen neuen # zu etablieren: #Trullazickt. Wann immer euch das über den Weg läuft, wißt Ihr, das Fräulein ist aufmüpfig. Ich aber auch. :-) Wie immer.

Liebe amüsierte Grüße aus dem Käfig für Schräge und Trullas!

Birgit



Text: Birgit Bauer
Bilder: Pixabay.com



Samstag, 30. Dezember 2017

Unheilbar undankbar? - Ein Rant!

Hätte man mich vor einigen Monaten gefragt, ob ich jemals sauer auf jemanden werden könnte, der geheilt aus einem Krankenhaus oder aus einer Behandlung heraus entlassen wird, hätte ich sofort gesagt, dass ich demjenigen das von Herzen gönne.

Das ist immer noch so.

Ich gönne es wirklich jedem von Herzen, der krank ist und sich in eine Behandlung begibt, wenn er am Ende erfährt, dass er geheilt ist. Gesund.

Gesund oder Geheilt ist jedoch für viele, die chronisch krank sind, ein riesiges Wort. Eines, das mit Hoffnung bestückt ist und dem Gedanken ganz befreit von Krankheit jeden Tag einfach so leben zu können.

Ist man chronisch krank, geht das nicht. Die Erkrankung, egal welche, die längerfristig ins Leben kommt oder eben chronisch, also lebenslang zum Begleiter wird, ist immer da. Egal wie man es dreht oder wendet, egal wie viele "Hilfsmittel" man bekommt, wie in unserer Zeit jetzt Apps, die uns helfen sollen, Medikamente zum richtigen Zeitpunkt zu nehmen und eben auch dazwischen vergessen zu können, die Erkrankung ist immer da.

Ich höre oft, wenn ich mit anderen Menschen mit chronischen Erkrankungen spreche: "Ach könnte man es doch heilen!"

Es ist einer der größten Wünsche, die man haben kann, denke ich: Die Hoffnung, irgendwann geheilt zu werden.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Rotzige Nacht, hustende Nacht ... MS und Erkältung im Winter ...

So gesehen: Der Titel sagt alles.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht vor Weihnachten so leise vor mich hin geschnieft hätte. Aber es war ja nicht so schlimm. Dachte ich.

Und fiel am 2. Weihnachtstag hustend und rotzend mit Fieber ins Bett. Ein Ort, der mir sehr ans Herz gewachsen ist und mein Nachttisch sieht sehr professionell aus. Was die medizinische Versorgung betrifft.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Der Weihnachtsquickie ...

Es begab sich zu der Zeit, die man Advent nennt.

Die Plätzen waren schon gebacken, ich war (bin) wie immer ein wenig gestresst und hadere mit dem Fräulein Trulla und auch der alljährliche Grinchalarm war schon ausgerufen worden. (Grinchalarm = Menschen in meiner Umgebung, die grundsätzlich ein Problem mit Weihnachten und ein dickeres Problem mit mir haben, weil ich Weihnachten sehr mag und so versuchen sie, mir Weihnachten deutlich zu vermiesen.)

Wir (Herzblatt und ich) stellten fest: Jetzt muss der Baum her. Wir wissen aus Erfahrung, einen Christbaum zu kaufen heißt auch: Diskussionen um Reihen - er steht auf volle Symmetrie. Ich bin eher für einen Naturburschen, schön gewachsen, mit viel Grün - weil bin ich symmetrisch? Nö. Also darf der Baum auch ein wenig buschig sein. Weil Natur.

Das hat uns in den letzten Jahren heiße Diskussionen eingebracht. Er, der Symmetrieliebhaber auf der einen, ich mit dem Naturburschen auf der anderen Seite. Dazwischen der wartende Verkäufer mit der Messlatte. Zwecks der Größe, die den Preis bestimmt. Oft genug ist es schon passiert, dass der Symmetrische und der Naturbursche da bleiben mussten, weil wir uns nicht einig wurden und darauf auf einen warmen Leberkäs und eine Besprechung gingen.

So gesehen, der Baumkauf war immer schwierig. Während ich gestresst seufzte und mir vorkam wie Josef und Maria auf Herbergssuche, war er, der Mann der Reihen erpicht, DEN Baum zu finden. Was ich ja auch wollte, aber eben, etwas natürlicher. Früher war sogar schon von Aussägen die Rede, wo ein Zweig in die Reihe stach, zückte der Mann im Geiste schon die Säge während ich fassungslos daneben stand und irgendwann lautstark von ihm den Besuch beim Schönheitschirurgen einforderte, damit der auch seine schiefen Reihen in Ordnung bringen sollte. Was zu einer handfesten Diskussion inmitten von Christbäumen über die Möglichkeiten der plastischen Chirurgie führte. Hatten wir alles schon.

Was solls, am Ende fanden wir immer eine Einigung und es war immer schön zu Weihnachten.


Montag, 11. Dezember 2017

Dann suchen Sie sich doch einen anderen Arzt ....

Kennt Ihr diesen Werbespot in dem zwei Kinder Supermarkt spielen?

Der kleine Junge beschwert sich über die Preise der "Supermarktverkäuferin" - süße kleine Göre übrigens - und was macht sie? Man sieht förmlich den Ärger in der Kleinen hochsteigen, sie holt tief Luft und schreit: "Dann geh doch zu .....!!!"

Man ist amüsiert oder? Klar, geh ich halt zum nächsten Supermarkt, wenn mir die Preise oder das Sortiment im einen Geschäft nicht zusagt. Ist auch easy, in den meisten Städten und Orten ist das auch einfach, es gibt ja einige Lokalitäten, die Dinge für das Alltägliche anbieten. Sprich: Es gibt Auswahl. Man kann entscheiden wo man hin geht.

Samstag, 25. November 2017

#butyoudontlooksick - Was hübsches Aussehen so macht mit MS!

So gesehen, ich bin eine typische Frau. Ich mag es zu shoppen, mag Mode und Lifestyle. Ich mag es auch, mich hübsch zu machen. Ich mag es, wie jede Frau übrigens, gut auszusehen. Und dafür benutze ich diverse kleine Helferlein. Wie Concealer, Make-Up, Lippenstift, Eyeliner, ein wenig Rouge, was man halt so hat.

Sicherlich werden sich viele fragen, ob ich jetzt mehr oder weniger schlecht oder gut ins Lifestylefach wechsle und jetzt über die neuesten Schminktrends schreiben werde. Gut, ich kriege das mit dem supergenial aussehenden Lidstrich nicht hin, dafür kann ich perfekt Kussmund schminken, aber das nur am Rande.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Neulich im Bett mit ...

Also, um es gleich zu sagen, es kommt jetzt nicht das, was mancher so erwarten wird. Bei der Schlagzeile. :-) Und noch was, dieser Beitrag könnte Spuren von Ironie, Übertreibung und einem Hauch Bissigkeit enthalten. Allergikern raten wir vom Lesen ab.

Aber es war so. Ich lag im Bett. Halbdunkel war im Zimmer und der Tag kitzelte schon die Dämmerung heraus. Draußen fuhren erste Autos vorbei. Und doch, es war noch ruhig. Welt im Halbschlaf würde ich das nennen. Kurz davor, ins tägliche Leben einzutauchen, aber noch zu schläfrig, um wirklich loszulegen. Das leise Hintergrundrauschen kam vom Regen, der sich in das Erwachen mogelte und mich sanft auf etwas hinwies.


Ich kuschelte mit der Zufriedenheit und dem Glück. Geniale Bettgenossen übrigens. Neben .... nun ja... :-)

Dienstag, 12. September 2017

Schräg und schief. Und warum ich am Daumen nuckeln soll .... :-)

Als ich letzte Woche unterwegs war, wars cool. Eine tolle Gruppe von 100  Experten vor der ich sprach und mal erklärte, warum ein Patient erst mal ein Mensch und kein Gegenstand ist, wie digitale Lösungen helfen können und jede Menge spannende Fragen beantwortete. I really like.

Was ich nicht mochte war das, was in meinem Gesicht passierte, es fühlte sich an wie nach dem Zahnarzt, betäubt. Gut, ein Zahnarzt würde mir nicht die halbe Nase rechtsseitig betäuben und auch mein rechtes Augenlid würde nicht sich nicht so seltsam anfühlen, aber wenn man ständig im Gesicht herum tastet, um herauszufinden, ob die Nase ganz undamenhaft diverse Flüssigkeiten einfach laufen lässt, ist das auch uncool.

Als ich dann wie einige Male zuvor schon, auf einmal während dem Laufen ohne Heels!!!! sondern mit meinen Sneakers einen fetten Wadenkrampf bekam und mir echt überlegte mich trotzig auf die Straße zu schmeißen und nach einem Taxi zu gröhlen, war das auch nicht nett. Wenn du auf einmal nicht mehr gehen kannst ohne, dass jeder Schritt echt weh tut oder dir ne Gehhilfe wünscht, ist was falsch und zwar richtig .... hm.

Dienstag, 5. September 2017

Zuerst bin ich Mensch ....

Neulich schrieb ich auf Twitter, dass ich die Bezeichnung "Patient" mehr als oft als Stigma empfinde. Ich höre auch von anderen Betroffenen, egal welche Erkrankung, dass sie sich abgestempelt fühlen. Nicht. Nett.
Sagt man, dass man Patient ist, ist man sofort in einer Schublade. Der, die voller Mitleid ist, die Betroffenheit auslöst und in der man "Oh Gott" hört, wenn man sagt, was man hat.

Nun, Gott kann wahrscheinlich nichts für meine MS. Wahrscheinlich kann er auch nichts dafür, dass Menschen die Bezeichnung "Patient" zum Stigma machten. Ich frage mich aber warum man sofort in den Dramamodus verfällt, sobald man erklärt, was los ist. Stigmastempel aufs Hirn und ab mit dir, in die Schublade. Du Patient. Sonst nix. Wirklich? Nö oder?

Montag, 21. August 2017

Seele betäubt ...

Kennt Ihr das: Ihr seid unterwegs und freut euch zum richtigen Zeitpunkt, obwohl ihr euch gar nicht freut, aber das, was ihr macht ist cool und es wäre irgendwie nicht angebracht, sich nicht zu freuen. Weil es andere enttäuschen würde.

Man sagt: "Das ist cool, schön" und fühlt es nicht.

Es fühlt sich an wie betäubt. Man nimmt war, aber bis da unten, wo man Glücksgefühle, Freude, Lachen oder so finden würde, dringt es nicht durch.

Verwirrend ist das.

Donnerstag, 10. August 2017

MS als "Verkaufsargument" und warum ich Fräulein Trulla nicht teile ...

Wenn man mit einer chronischen Erkrankung lebt, die nicht heilbar ist, so wie MS zum Beispiel, erlebt man viele Dinge, die ab und an schon recht seltsam anmuten.

Man trifft auf Menschen, die denken, man hätte ganz etwas anderes, bekommt es mit Vorurteilen zu tun, ab und an mit dummen Sprüchen und derlei.

Und dann trifft man auf die, die meinen, nur weil man diese Erkrankung hat, ist man für alles empfänglich, was man unter dem Stichwort "Heilung" oder bestes Produkt ever verbuchen könnte.

Für diese Menschen scheint man so verzweifelt zu sein, dass man quasi nach jedem sprichwörtlichem Strohhalm greifen würde.

Montag, 7. August 2017

Urlaub und vor und nach und überhaupt ...

Ihr Lieben, Ihr habt es sicher gemerkt, hier war es ruhiger. Was zum einen daran liegt, dass ich derzeit viel nachdenke und vor mich hin sinniere, was auch mal ganz nett ist weils einem eine Menge Themen ins Haus spült, über die wir in den nächsten Wochen mal reden müssen und zum anderen, weil ich in Urlaub war.

Ich war echt urlaubsreif und brauchte diese Auszeit mehr als dringend. Mir ging es in den beiden Wochen vor meinem Urlaub echt nicht mehr gut. Seelisch wie körperlich. Man könnte mal sagen, ich war ausgelutscht und zwar vollständig. :-)

Dienstag, 4. Juli 2017

Fast verloren .....

Ich sitze hier in meinem Büro, neben mir duftet eine Zitruspflanze, die gerade zum zweiten Mal in dem Jahr blüht und ich denke nach. Über die letzten Wochen.

So viele Eindrücke. Kann ein Mensch diese Masse je verarbeiten? Hm. Es gilt, sie zu sortieren.



Wobei, die letzten Termine habe ich abgesagt. Ich musste stoppen. Leider.
Als mich letzte Woche zur Wochenmitte während der Nacht eine Attacke von fiesen Spasmen überfiel und mir noch einen MS Hug beschert hat, der mich am nächsten Tag noch begleitete, weil mir wirklich alles weh getan hat und mir dazu noch der Trigemus äußerst schmerzhaft seine Anwesenheit mitteilte, sodass mir der Biss ins Weiche meines Marmeladenbrotes noch weh tat, beschloss ich, dass ich eine Pause brauchte. Und schrieb mich selbst krank. Muss manchmal sein, auch wenn mir das sehr leid getan und mich zum Heulen gebracht hat, aber ab und an ist ein Nein hilfreicher als ein "Ich tu es trotzdem". Und Schmerzmittel. So sie irgendwann wirken.

Gut, das Ding ist einigermaßen ausgestanden und ich bin auf dem Weg zurück, wenngleich ich froh um jeden Moment bin, den ich für mich habe. Muss ich ehrlich zugeben.

Denn ich hätte es fast verloren ....

Mittwoch, 28. Juni 2017

Die multiple Minderheit - der Hauptstadtkongress ... :-)

Wie letzte Woche auf Trullas Fanpage ja immer wieder gepostet: Ich war auf dem Hauptstadtkongress in Berlin zugange.

 


Es war sehr spannend, ist es doch "DER Kongress für die Gesundheitswirtschaft in Deutschland", so die Organisatorin Dr. Ingrid Völker bei der Eröffnungsrede.
Ja, ist so, kann ich so bestätigen, rund 8000 Besucher waren da, so die offiziellen Stellen. Doch auf der Liste, die aufgezählt wurde, fehlte mir etwas.

Es gibt die Unternehmen, Krankenkassen, die Regierung, Gesundheitsdienstleister, Pflegekräfte und?

Na?

Genau: Patienten. Menschen, die mit Erkrankungen leben, viele von ihnen täglich, weil die Erkrankungen chronisch sind.

Das ist ein bisschen schade, denn wie sollen wir etwas verbessern, wenn wir nur über die Betroffenen reden, aber nicht mit ihnen? Hm.

Samstag, 17. Juni 2017

Zu schön - um MS zu haben ...

Normalerweise bin ich in solchen Fragen mittlerweile dickfellig geworden. Die üblichen Verdächtigen unter den Vorurteilen kennen wir alle. Sie begleiten uns eigentlich vom ersten Augenblick, in dem wir die MS mitgeteilt bekommen.

Sie sind lästig wie Pickel in der Teeniezeit. Man lernt, sich darauf einzustellen, hört weg, amüsiert sich ab und an über die unintelligenten Kommentare in Sachen MuskelSchwund und so und denkt sich seinen Teil.

Diese Woche bekam ich es aber mit, dass in meiner unmittelbaren Nähe behauptet wird, dass ich ja gar keine MS habe und das alles nur simuliere .... und ab und an geht mir das nah.

Dienstag, 16. Mai 2017

Auf nach Athen! EMSP Spring Conference ...

Wie einige von Euch wissen, arbeite ich ehrenamtlich für die "European Multiple Sklerosis Platform" emsp . Die europäische Schirmorganisation aller MS Organisationen.

Die emsp spricht für ca. 700.000 Menschen mit MS in Europa und ist wirklich sehr aktiv. Die Organisation setzt sich in vielen unterschiedlichen Programmen für Menschen mit MS ein. Zum Beispiel "Believe and achieve" mit dem junge Menschen mit MS wieder in Jobs kommen können. Oder auch mit einem Programm für MS Nurses, um deren Rolle zu stärken und dafür zu sorgen, dass die Wichtigkeit einer Nurse im Leben von Menschen mit MS erkannt wird.

Diese Woche findet die "Spring Conference" statt. Jedes Jahr ist die emsp in einem anderen Gastgeberland und arbeitet dort mit der lokalen MS Organisation zusammen.

Dieses Jahr geht es nach Athen und ich darf auch wieder dabei sein.



Diese Konferenz ist für mich ein besonderer Punkt im Jahr, weil sie wirklich besonders ist. Dort treffe ich viele bekannte Gesichter, Freunde und der Ton ist oft wenig Konferenz, sondern freundschaftlich geprägt. Viele andere Menschen mit MS aus den europäischen Ländern sind da und ich lerne jedes Mal eine Menge dazu. Über Gesundheitssysteme in anderen Ländern, über das Leben mit MS und vieles mehr.

Das Programm in diesem Jahr ist nicht langweilig. Es geht unter anderem um Rehabilitation bei MS und warum sie so wichtig ist, um verschiedene Punkte wie Kognition und Fatigue, wir werden einen Bericht hören, wie das Leben mit MS in Griechenland ist und vieles mehr. Einzelheiten könnt Ihr hier nachlesen. 

Ich selbst werde für die emsp einige Interviews führen, unter anderem mit dem griechischen Gesundheitsminister Andreas Xanthos, der zur Eröffnung der Konferenz sprechen wird und dann mir über den Weg laufen darf. :-)


Wo findet Ihr mich? Hier:

 Twitter:  @Birgitpower

 # für die Konferenz: #emsp2017.

Auch auf Facebook auf Fräulein Trullas Seite gibts sicherlich was zu lesen oder zu gucken: Fräulein Trullas Fanpage!


Wir werden berichten!

Alles Liebe
Birgit


Bild: Pixabay.com 
Text: Birgit Bauer 

Donnerstag, 4. Mai 2017

Achterbahn ....

In den letzten Wochen war mein Leben irgendwie ein bisschen sehr Achterbahn. Schwankend zwischen extremer Fatigue, Schlaflosigkeit und anderen fiesen Faktoren, pendelte ich in diversen Gemütszuständen von Ängstlich, über ausgesprochen depressiv, aggressiv, humorvoll und dünnhäutig.



All inclusive mit Fräulein Trulla sozusagen. Und es hat mich echt viel Kraft gekostet. Ich wurde leiser. Verlor die Lust und war einfach nur erschöpft.

Freitag, 21. April 2017

Der kleine Unterschied .... Zwischen Fatigue und Frühjahrsmüdigkeit ....

Die letzten Tage waren echt nicht einfach.

Ich wankte wie besoffen zwischen einigen lichten Momenten und totaler Erschöpfung hin und her. Dazu gesellten sich ein bisschen Depression, Schlaflosigkeit und noch so einige Freunde aus Fräulein Trullas Bande.



Alles in allem sehr erschöpfend und sie sind die Energievampire in meinem Leben, die mir den Spaß ab und an verleiden und mich dazu bringen, das Leben für einen Moment echt beschissen zu finden.
Das Blöde an der Situation ist: Du musst meistens weitermachen, weil die Erde sich weiter dreht, weil du Verpflichtungen hast, nen Job oder auch sonst irgendwas, was getan werden muss.

In Tagen wie diesen überlebt man, man funktioniert, aber leben? Ist anders.

Donnerstag, 13. April 2017

Das was du da hast ... oder wie man das Kind beim Namen nennt!

Ich: Sprich mir nach.
Er: Was?
Ich: Sag: Ich finde es gut, dass du dein Leben mit multipler Sklerose, auch MS genannt, so gut hinkriegst!
Er: Ich finde es gut, dass du dein Leben mit multipler Sklerose, auch MS genannt, so gut hinkriegst.

Grinst mich frech an, umarmt mich und sagt: Wieso muss ich so was sagen?

Ich: ich wollte nur wissen, ob es dir auch so schwer fällt, das Kinde, äh, das Fräulein Trulla beim Namen zu nennen.

Er: Multiple Sklerose. MS. Ich kann das!

Nun ja. wie es kam ....

Freitag, 31. März 2017

Wenn der Schuss nach hinten los geht und warum ein Video für Entrüstung sorgt!

Seit Tagen geistert ein Video durch das Netz, das gerade die Gemüter der Menschen mit MS ziemlich erregt und verärgert.

Ein engagierter Patient mit MS wollte für Aufmerksamkeit sorgen, was die Multiple Sklerose betrifft. An und für sich nicht schlecht, MS könnte wirklich mehr davon vertragen, gerade was die Öffentlichkeit betrifft. Also schickte sich der junge Mann an ein Video zu machen.

Witzig sollte es wohl sein und ab und an etwas satirisch und provokant. An sich auch nicht schlecht. Darf auch mal so sein.


Gerade was MS betrifft, hört man ab und an etwas schwarzen Humor oder auch Ironie, gerade wenn es um die in der breiten Öffentlichkeit existierenden Phrasen für Menschen mit MS geht wie "Ach du siehst aber gar nicht krank aus" oder "die säuft doch ...".

Der gute Wille war sicherlich da,  aber was am Ende dabei heraus kam, bewegt die Community und zwar so richtig.

Hier erst mal zur Ansicht des Videos mit einem dazu gehörenden Bericht aus dem Magazin Horizont: http://www.horizont.net/marketing/nachrichten/Social-Spot-So-witzig-trommelt-Clap-Macher-Bulo-fuer-die-Multiple-Sklerose-Gesellschaft-144057

Hier gehts zur YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=lSU5iXw85DQ

Online ging das Video bereits im vergangenen Jahr und letztlich bittet es neben der gewünschten Aufmerksamkeit auch um Unterstützung für die DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, die zahlende Mitglieder braucht, was verständlich ist.

Was dann geschah ...