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Montag, 9. Mai 2022

Durchschnaufen - die wichtige Pause von allem bei Reizüberflutung

Die letzten Wochen waren für mich unendlich anstrengend. Ich arbeite im Moment an vielen Projekten und das erfordert viel Kraft und Energie. 

Dazu nehme ich seit Januar mit Sport und gesünderer Ernährung gemeinsam mit dem Herzblatt ab. Das hat mich anfänglich auch vor eine große Umstellung katapultiert, ich hatte das echt nicht gedacht, aber vieles davon muss ich mit schultern und es war am Anfang eine zusätzliche Herausforderung für mich. Und die Kirsche auf der Torte ist im Moment die aktuelle Situation da draußen und drinnen in Social Media. 

Es ist eine totale Reizüberflutung und sie hat mich genervt. Und zwar so richtig.

Dienstag, 23. Februar 2021

Das Leben nach der Diagnose ....

Im Moment scheint es ein Trend zu sein, darüber zu berichten, wie man zur Diagnose kam. Ich lese viele teilweise gruselige Geschichten und ehrlich gesagt, manchmal frage ich mich, ob das anderen gut tut. 

So über das eigene Erleben zu berichten, das im Falle einer Diagnose auch eines ist, das wenig angenehm gewesen sein dürfte. All die Untersuchungen, Irrungen und Wirrungen, Verständnislosigkeit und mehr kann andere erschrecken und die, die vor der Diagnose stehen, ordentlich schockieren. 

Zugegeben, ich habe auch eine ganze Weile darüber berichtet, wie es mir ging. Mit der gesamten Bandbreite von der Gruppe der Assistenzärzte, die über mich Witze machten bis zu wenig emphatischen Helfern in der Radiologie bis hin zum Arzt, der mir mitteilte was los ist. 

Ich habe mich eine ganze Weile damit ausgetobt und den Horror geschildert und ich glaube, man braucht das auch weil man auch selbst in einem Prozess steckt, der hilft, das Erlebte zu verarbeiten.  

Aber .... 

Mittwoch, 17. Februar 2021

Die Dankbarkeitschallenge in der Fastenzeit ...

Ihr Lieben, 

vor einer ganzen Weile, genauer gesagt im Zeitalter vor Corona habe ich die Dankbarkeitschallenge auf Instagram gemacht. Ein Jahr lang. Herauskam ein bunter Strauß Bilder. Eigentlich wollte ich im vergangenen Jahr erneut damit los, kam aber nicht weit. Zum einen war ich, wie alle, verwirrt ob des Virus und zum anderen gab es erst mal andere, wichtigere Sachen. 

Als mich vor einigen Wochen eine sehr nette Teilnehmerin aus meinem Netzwerk auf Instagram darauf angesprochen hat, ob ich nicht wieder los könnte, war ich schon erfreut, dass das so gut ankam und noch immer Fans hat, aber noch einmal ein ganzes Jahr? 

Das wäre schön, ohne Frage, aber es ist immer noch zuviel, ich arbeite im Moment an Projekten und gehe neue Wege, was mir so ein bisschen die Zeit abknöpft, die nötig wäre. 

Aber was auf jeden Fall geht, ist die Challenge in der Fastenzeit. Weil ein bisschen Dankbarkeit grundsätzlich nicht schadet und gerade in Zeiten wie diesen auch den Fokus positiv beeinflusst. 

Daher ist das mein Aufruf: Wer macht mit?

 Jeden Tag ab heute ein Bild und ein Grund, dankbar zu sein. Das Bild rechts zeigt einen dankbaren Moment, es war letzten Sommer bei einer Radtour und ich war einfach nur glücklich. 


Ich würde mich freuen, wenn Ihr mitmacht und erzählt, was euch heute, morgen und in den nächsten 40 Tagen dankbar macht. 

Die Challenge geht bis Ostersonntag, läuft auf Instagram und verwendet die #: 

#dankbartrotzMS #dankbarkeit #grateful #dankbarkeitschallenge #fastenzeit und was Ihr sonst so verwendet. 

Auf Instagram könnt Ihr mich hier finden: https://www.instagram.com/birgit.bauer/

Kommt Ihr mit auf die Bilderreihe durch die Fastenzeit? 

Liebe Grüße,

Birgit 


Bild und Text: Birgit Bauer / Manufaktur für Antworten UG 

Samstag, 23. Januar 2021

Voll verpennt. oder wie ich Fräulein Trullas Geburtstag vergessen konnte ....

So gesehen, wir haben den 23. Januar 2021. 

Seit zwei Tagen habe ich 16 Jahre ein fast normales Leben mit MS.

Fräulein Trulla hatte Geburtstag. 

Am 21. Januar. 

Und keiner hat ihr gratuliert. 

Geschweige denn an sie gedacht. 

Noch nicht mal ich.

Ich habe es voll verpennt. 


Mittwoch, 30. Dezember 2020

Winterschlaf - und keine Vorsätze!

Vor dem Urlaub sagte ich, an meinem letzten Arbeitstag, zu einem Gesprächspartner: "Ich gehe jetzt in den Winterschlaf!"

Der wiederum lachte sich eins und fand das witzig, während mir das ziemlich ernst war. 

In erster Linie wollte ich schlafen. Mich ausruhen. Mir die Decke über den Kopf ziehen und famos abhängen. 

Mir gekonnt die Ohren zuhalten und einfach nur einige friedliche Tage haben. 

Das war auch so ein Wunsch aus dem vergangenen Jahr, wo ich zwischen den Feiertagen mutterseelenallein für ein Projekt einen Pitch zum Thema Patienten und Zusammenarbeit mit Patienten produzierte. (Man könnte jetzt die geneigten Leser dazu anregen, den Fehler zu finden, der im Folgenden Absatz steckt! ;-) ) 


Der Rest des Teams war in den Urlaub verschwunden. Helfen wollte mir keiner und so saß ich alleine und hatte Stress. Ich fand das nicht gut oder hilfreich. Oder gar fair. Im Gegenteil, ich war die einzige, die mit MS lebt, ich war ohnehin erschöpft und durfte die Sonderschicht machen. Der Rest des Teams war wegen wichtiger familiärer Verpflichtungen in Urlaub. Also musste in Urlaub. Danke auch. Dachte ich mir damals. Ich habe auch Familie, ich brauche eine Auszeit und sie war mir nur zeitweise vergönnt und ehrlich: Gereicht hat diese kurze Auszeit hinten und vorne nicht um mich zu erholen und Kraft zu schöpfen. Im März war ich schon wieder reif für eine Pause.

Donnerstag, 24. Dezember 2020

Weihnachtsgedanken - übers Hadern!


Ich muss nochmal auf das Buch zurückkommen. Ihr wißt, "Weihnachtshaus" von Zsusza Bánk. 

Wie ich im Text zum vierten Advent schon sagte, das Buch erzählt eine Geschichte, die wahrlich ohne Pandemie ist, aber von Krisen erzählt, von Schicksalen und wie man sich irgendwie weiter bewegt, weiter lebt. Trotz Krisenfall. 

Das Buch zu lesen hat mich ehrlich gesagt auch ein bisschen aus der Krise gezogen. Die hatte ich nämlich ziemlich heftig. Es war eine depressive Phase, die mir nicht gut tat und die ich lange verdrängt habe. Ich habe, nicht wie sonst, gar nicht darüber gesprochen. Es hingenommen, auf mich wirken lassen und je länger ich in den vergangenen Wochen haderte, damit und der Situation im Allgemeinen, desto klarer wurde mich, dass Hadern auch kein Mittel ist. 

Sonntag, 20. Dezember 2020

Adventsgedanken zum 4. Advent - Lasst uns Weihnachten feiern!

Provokant? Vielleicht. 

Diesen Satz las ich letzte Woche in einem Buch von Zsuzsa Bank. Es heißt "Weihnachtshaus". Es ist eine Weihnachtsgeschichte. Eine, die man gerne liest, die einen ein bisschen ins Wehmütige treibt, ins Dankbar und in die Erinnerung. Es geht ums Hadern, darum, dass man Weihnachten eigentlich nicht feiern will und doch muss. Irgendwie. Und nicht weiß wie. 

Weil zwischen Weihnachten und der Person das Hadern steht. Gräßlich grau, frustriert und traurig. 

Aber da ist die andere Seite. Die, die am Ende stärker ist. Die das Hadern vertreibt. Schritt für Schritt, nie ganz vollständig aber so, dass Weihnachten kommen kann. Einzug hält in eine Welt die ein wenig grau nebelig ist. Voller Trauer, was verständlich ist und voller "Ich weiß nicht wie". 

Sonntag, 13. Dezember 2020

Adventsgedanken zum 3. Advent - Zeit ... und Plätzchen mit hygge!

 


Es war vergangene Woche oder so. Die Hiobsbotschaft des Tages: Entweder werden Plätzchen rationiert oder es wird nochmal gebacken. Der Bestand war auf ein bedenklich geringes Level gesunken. 

An sich kein Thema, erst mal. Aber es kam die Frage auf, warum die Plätzchen so schnell so wenig waren. man könnte jetzt sagen, wir haben sie gegessen. Was im Prinzip auch stimmt. Aber in all den Jahren, in denen ich Plätzchen backe, kam das noch nie vor. Sie reichten immer bis zum neuen Jahr. 

Ich grübelte ein bisschen, während ich eines der fast letzten Plätzchen knabberte und kam drauf: Wir haben mehr Zeit. Vergangenes Jahr war ich traurig, ich war so viel unterwegs und hatte kaum Zeit überhaupt Plätzchen zu backen. Ich schaffte es aber und war zufrieden mit der Menge und dem Ergebnis. Als ich im Januar die Dosen alle wieder aufräumte und mich darüber freute, dass nur ganz wenige kleine Plätzchen übrig waren, notierte ich mir im Geiste, dass ich mir diesen Dezember mehr Zeit für Plätzchen nehmen wollte. Überhaupt mehr Zeit für Weihnachten und den Advent. 

Sonntag, 6. Dezember 2020

Adventsgedanken - Jetzt habt euch nicht so! Und über Wünsche, die in Erfüllung gehen können!

 

"Jetzt habt euch nicht so!" war die Botschaft der vergangenen Woche. Es war seltsam, denn ich fing vor einigen Tagen an darüber nachzudenken, dass ich es, trotz der Pandemie noch gut habe. So gesehen, mir fehlt es an nichts und anderen geht es sicherlich schlechter. 

Gut, ich kriege weder Kultur noch Restaurant und so schlecht das für genau diese Branchen ist, es könnte auch irgendwie schlimmer sein. Mir geht es heute auch nicht darum zu diskutieren, was man für die wirklich heftig leidenden Branchen tun könnte, mir geht es darum zu sehen, was wir denn, so ganz privat auch haben und vielleicht auch ein bisschen dankbar zu sein. 

Sonntag, 29. November 2020

Adventsgedanken ... vom Luxusproblem in die staade Zeit!

Ihr Lieben, 

Ich könnte Euch jetzt recht froh einen schönen ersten Advent wünschen und das die nächsten Sonntage wiederholen. Aber hey, es ist Zeit für Gedanken. Solche, die einem eben an einem Sonntag so in den Sinn kommen. 

Vor einer guten Stunde bin ich aufgewacht und es wäre sinnlos zu leugnen, dass ich nicht mehr im Bett liege. 

Notebook sei Dank schreibe ich von dort, wo mir gerade was einfällt und die Sonne kommen zu sehen, zu beobachten wie sie nach über einer Woche im Hochnebel selbigen endlich wegschmilzt, während ich noch im Warmen kuschle, die Stille zu genießen ist großartig. Im Haus herrscht Ruhe und auch auf der Straße ist so gut wie nichts los. Es wirkt, als wäre die Welt langsam im Winterschlaf und müsste sich ausruhen von all den anstrengenden Monaten. So wie wir alle oder? Wir sind alle ein wenig erschöpft und viele sehnen sich nach ein wenig freier und ruhiger Zeit. Und dafür ist der Advent doch wohl die beste Gelegenheit. Vor allem dieser. 

Freitag, 16. Oktober 2020

Sieh es doch mal positiv!

Der Satz alleine wird bei manchen von euch wohl ein bisschen Würgreiz auslösen. 

Wie kann man in diesen Zeiten, in der Pandemie, die uns seit dem Frühjahr machtig stresst davon sprechen, etwas positiv zu betrachten? 

Wie kann jemand einem anraten jetzt positiv zu sein? 

Oder überhaupt, wie kann jemand einem das hinschmieren, wenn er gerade einen Schicksalsschlag erlebt und die Positivität irgendwo auf dem Weg verloren ging? 

Ganz ehrlich, ich mag ihn jetzt auch nicht unbedingt. Aber dennoch ... er ist da und er holt mich immer wieder ein ... 

Daher ist es Zeit, mal darüber nachzudenken. 

Als ich mit "Sieh es doch mal positiv" oder auch "Du musst jetzt positiv denken, andere tun dies und das trotz blablabla..." das erste Mal so richtig in Berührung kam, hätte ich kotzen können. Ich brach damals in Tränen aus. Fing an verbal um mich zu schlagen und ging. 

Das war 2005. Nach meiner Diagnose. Wie um Himmels Willen konnte man mir so dermaßen unsensibel kommen? A --- Löcher . Allesamt. Ich war fertig mit diesen Menschen, mit einigen, die damals beleidigt abzogen, weil ich ihren wohlmeinenden Ratschlag so abgetan habe, ihnen krumm nahm. 

Weil es eben ein Schlag war. Mehr als ein Rat und wohlmeinend empfand ich die ganze Sache auch nicht.

Ich sah mich als Opfer dieser irren Erkrankung und meine Umgebung trug jetzt nicht immer dazu bei, mir diese Opferrolle auszureden oder sie zu mildern. Ganz im Gegenteil, da gab es Kandidaten, die hadern bis heute mit meiner MS. Gut müssen sie selbst wissen, weil das Fräulein Trulla gehört mir ganz allein. Es sind Menschen in meiner Umgebung, die mir die Luft zum Atmen nahmen. Weil sie das Drama sahen und zuließen. 

Etwas, das mich erst einmal beschäftigte und für einen Moment zur Dramaqueen werden ließ. Was auch nicht hilfreich war. Und diese Krone, das kann ich aus heutiger Perspektive sagen, steht mir im ernsthaft betrachteten Kontext nicht. Die Dramaqueen geben kann ich aber trotzdem. Mal kurz. Wenn es das braucht. ;-) 

Gerade nach einer Diagnose wie MS kann es bei manchen Menschen schon ein bisschen dauern, bis sich wieder ein einigermaßen normales Lebensgefühl einstellt. Ganz verständlich, MS verändert das ganze Leben, setzt neue Maßstäbe und verschiebt die Prioritäten und Perspektiven. Da ist dieser Moment völlig legitim und notwendig. Aufstehen geht nicht so einfach. Vor allem nicht ohne eigene Kraft.  Man muss an sich selbst arbeiten und das ist ab und an verdammt anstrengend. Aber: Es lohnt sich. 

Um der Positivität Einzug zu gewähren, muss man Türen öffnen. In sich selbst und im eigenen Leben und das Freunde, ist ein verdammt harter Job. Einer, der unangenehm ist, der Schmerzen verursacht aber auch ein Angebot macht. Nämlich das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. 

Über die Jahre habe ich gelernt, immer dann, wenn es schwierig wird, einen Schritt zur Seite zu machen. Ich gebe der Negativität einen Schubs, zumindest versuche ich es und suche mir einen ruhigen Fleck zum Verweilen, zum Nachdenken und um meine Gedanken zu klären. Zu sehen, wo ich mich gerade befinde.

Oft schaue ich einen Moment zurück, betrachte das, was ich schon geschafft habe und versuche, mich an dem Erfolg zu erfreuen, was oft nicht so einfach ist, weil ich bin ungeduldig und habe oft das Gefühl, zuwenig geschafft zu haben. Was aber nicht stimmt. Oft ist da eine ganze Menge. 

Diese andere Perspektive verschafft mir eine Art neutrale Einstellung, die mir ermöglicht, Sachen differenziert zu betrachten, etwas anzunehmen wie es eben gerade ist oder mir zu überlegen, was der nächste, bessere Schritt sein könnte. Manchmal denke ich auch über die komplette Änderung der Richtung nach und einen Neustart, was riskant und nervig ist, mehr Aufwand braucht aber ab und an auch lohnenswert ist. 

Diese Haltung muss man üben. Ich hatte damals meine großartige Psychologin im Boot, die mir genau das vermittelte. Es geht nicht immer darum, das Lange vor einem zu sehen, sondern den Status zu betrachten und zu verweilen. Nichts muss in kürzester Zeit passieren, sondern gut Ding darf auch mal Weile haben. 

Mit der Zeit begann ich mich zu drehen. Vom ewigen Hadern mit meinem Schicksal in eine positive Haltung. Eine die Vorwärts strebt, aber Stillstand zulassen kann und die nicht hadert, wenn es mal wieder länger dauert. Eine Haltung, die einen Misserfolg zulässt, aber auch die Zuversicht vermittelt, dass man da wieder rauskommt. Aus dem Dreckhaufen. Und dass man weitergehen kann. Das brauchte Zeit, aber ich habe mir das Hadern fast abgewöhnt. Fast, weil dunkle Stunden habe auch ich. Ich finde, dass ich das auch darf, mal granteln, hadern und ein bisschen rumgammeln. Das gehört dazu. Allerdings ist es nach diesem Moment Zeit, aufzustehen und weiter zu gehen. Mit einer positiven Grundhaltung. Weil mir der das Leben oft einfacher geht. 

Natürlich ist es ein Prozess, der nicht zu jedem passt. Notorische Pessimisten kann man damit nicht überzeugen, auch die nicht, die diese Negativität als nettes Kuschelkissen betrachten, was an sich ja einfacher ist. Ein bisschen beklagen ist immer besser, bequemer, als etwas zu verändern. Das erfordert Mühe. Positivität ist sicherlich auch kein Allheilmittel oder Garant für bessere Lebensqualität, aber etwas, das einem ermöglicht, den Kopf über Wasser zu halten, wenn der Pegel steigt. Etwas, das hilft, etwas zu verändern, um etwas zu verbessern. 

Diese Haltung, man könnte wohl auch Resilienz dazu sagen,  hat mir in den letzten Monaten sehr geholfen. Das, was ich mir vor 15 Jahren nach der Diagnose MS erarbeitet und erobert habe, hilft mir heute diese Pandemie zu überstehen, dennoch gute Dinge zu erleben, mit dem zufrieden zu sein, was gerade da ist und das Beste aus dem zu machen, was sich eben anbietet. Das klappt mal mehr, mal weniger. Dennoch bin ich zufrieden. Weil ich (klopfe auf Holz), dem Virus bisher nicht in die Arme gelaufen bin, mein Home Office zu einer europaweiten Zentrale für Ideen, Strategien und neue Eindrücke wurde. 

Und last, but not least, weil ich seit einigen Tagen eine Lösung dafür habe, wie ich der Zoomfatigue und meinem leicht schlampig gewordenen Lebensstil eine andere Richtung geben konnte. Aber davon das nächste Mal hier. Im Blog. 

Wie positiv seid Ihr gerade drauf? Ach ja, der Satz "Sieh es doch mal positiv", bringt mich bis heute auf die Palme. Weil selbst ich nicht immer nur positiv eingestellt bin. Das geht gar nicht, das wäre übertrieben und eine Balance braucht es eben schon auch. Allerdings werfe ich dann nicht mit Kokosnüssen, sondern grinse über mich selbst und sage zu den anderen: "Dann erklärt mal ganz genau wie du das machst!" Was meist zu einem schnellen und friedlichen Ende der Diskussion führt. 

In diesem Sinne, heute positive Grüße!

Birgit 


Bilder: Pixabay.com, Bild Türe Birgit Bauer 

Text: Birgit Bauer, Manufaktur für Antworten UG 

Dienstag, 19. Mai 2020

Es gibt sie, die guten Seiten .... Pudelwohlgefühl ...


Ich schrieb es ja schon, ich bin irgendwie angekommen. In "new normal". Ob es eine Endstation ist, wird sich zeigen, vielleicht ist es ja auch eine Station dazwischen.

In den vergangenen Wochen hörte und las man viel und es gab Zeiten, in denen war ich müde, ob der Botschaften jeglicher Art. Ich wollte nichts mehr hören und war gestresst. Auch das Fräulein Trulla zeigte sich in unterschiedlichen Reaktionen und wollte mitreden. Es war Zeit, das zu regeln und ich habs in den Griff gekriegt. Jetzt ist sie da wo sie hingehört. Auf der Hausbank draußen.

Es ist eine bewegte Zeit, eine, in der vieles anders, seltsam ist und doch auch eine gute Zeit. Denn nicht alles ist schlecht, oft passieren Dinge, die gut sind. Auch jetzt. Als ich am Sonntag twitterte, dass ich mich pudelwohl fühle und eigentlich auch einige Dinge erlebte in den vergangenen Wochen, die gut waren, fragte ich auch, ob ich darüber schreiben soll.

Die Antwort war klar. Also tue ich es.

Dienstag, 20. August 2019

Und manchmal ein zufriedenes Nein - von Prioritäten!


Kennt Ihr das: Jemand kommt an und macht euch ein sehr verlockendes Angebot. So eins, wo man vor Begeisterung Schnappatmung kriegt, nach einem Sauerstoffzelt verlangt und kreischend auf dem Sofa hopst? So eine Sache, die auf den ersten Blick wirklich saugenial aussieht und von der man glaubt, das kommt nie wieder. Was sehr wahrscheinlich ist und man ist verleitet, sofort zuzugreifen.

Sabbernd sitzt man da, hat Feuerwerk im Kopf (Kann ich auch ohne MS ;-) ) und freut sich ein Loch in den Bauch, weil man auf einem Ding sitzt, das besser nicht sein könnte.

Das Angebot ist wohlmeinend, positiv, freundlich und unschätzbar großzügig. So etwas passiert einem nicht oft.  Erstaunen ist angesagt. Und Dankbarkeit.
Man macht sich dann (also ich schon) Sorgen um den passenden Look und andere Dinge, noch bevor man den Rest der Sache genauer betrachtet hat. Aber hey, es ist ein geiler Trip und sowas muss man genießen, also allein dieses Ereignis wohlgemerkt.

Wenn man dann wieder von diesem Rundflug auf die Erde plumpst, oder sanft landet, weil man ja dieses wohlmeinende und unschätzbar weiche Wölkchen unterm Popo hat, fängt man auch wieder an, normal zu denken. Meistens jedenfalls. Abgesehen von dem einen oder anderen Knallfrosch, der zurückbleibt. Was aber ok ist.

Dienstag, 30. Juli 2019

Der Kuh Rhythmus! Oder was Kühe mit Achtsamkeit zu tun haben.


Das da sind Erna und Ihre Mädels. Ich traf sie neulich, als ich durchs Gebirge wanderte. Die Wanderung ist entlang eines Berges, man kommt nur hin, wenn man den Sessellift für den ersten Aufstieg nutzt und dann geht es einen schmalen Pfad dahin.

Über Wiesen, Kiefernhaine und über Kuhweiden. Dort wachsen Blümchen, Kräuter und es duftet nach Heu und Sommer. Idyllisch, denn auf diesen Pfaden findet man nicht so viele Menschen und man kann sein Tempo selbst bestimmen. Man wandert mir dem Takt der Natur und die Zeit bestimmt der Rhythmus der Kühe.

Montag, 8. Juli 2019

Freiheit mit Rückenwind ...

So gesehen, ich fuhr schon immer gerne Rad. Als Kind waren sie feuerrot und hatten eine laute Klingel.

Später wurden sie größer und zuletzt fuhr ich ein Damenrad mit 7 Gängen, Rücktrittbremse und ich mochte es lange. Allerdings stellte ich auch fest, dass mir die MS so ein bisschen die Power in den Beinen verloren gegangen war.
Trotz Crosstrainer und vielem Laufen kam ich den Berg nur unter Schmerzen hoch. Dort, wo der Lieblingsbiergarten liegt.

Unter Kastanien plaudern und genießen war immer mit Schmerzen verbunden. Und langen Pausen.

Gefiel mir nicht und dem Herzblatt auch nicht. Ihm entging das Vergnügen ja auch.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Das mit dem Alter ... Menopausenfollowern und so ...

Das hat jetzt wenig mit MS zu tun, da bin ich ehrlich. Oder doch? Ich weiß es ehrlich gesagt, gar nicht so genau!

Aber lasst uns über das Alter reden, weil in meiner Umgebung im Moment so viele über das Alter reden. Ich frage mich, ist das ein Trend, eine Tendenz oder gerade die Zeit für Alter. Weil ich neuerdings immer mehr Accounts in meinen Follower- und Fans entdecke, die mit mir unbedingt über die Menopause sprechen wollen.
Das mal gleich: Ich kratze vielleicht dran, aber soweit sind wir erst mal noch nicht. Gell? ;-)
Für mich ist das Leben wie ein Buch. Du kommst auf die Welt, das Buch ist leer. Tausende leere Blätter füllen sich im Laufe des Lebens mit dem, was eben in einem Leben passiert. Und das Buch kann zum fetten Wälzer werden, mit vielen Kapiteln und zahlreichen Weisheiten. Man könnte es als eine Art Reisetagebuch bezeichnen. Jedes Jahr bringt neue Erlebnisse, Wissen und Erkenntnisse mit sich.

Als ich 20 war, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, dass ich mal über die 30 oder gar die 40 kommen würde. Das Leben lag vor mir, es war verlockend, bunt und aufregend. Ich war jung, mein Körper straff und von ersten Dellen im Leben oder woanders war keine Spur. Mein Buch war spritzig, bunt, hatte wenig Handlung und noch keinen Strang, der bestimmte, wohin die Handlung weiter führen sollte.

Beim 30. fragte ich mich, ob ich jetzt eine Krise bekommen sollte. Das Herzblatt hatte eine, er war zwei Jahre davor 30 geworden und war extrem unentspannt zu diesem Tag. Ich saß also da und überlegte, ob es Zeit dafür wäre, die aufgetauchten ersten Dellen im Leben zum Anlass für Krisendenken zu nehmen oder es zu lassen. Ich verwarf das, genoss meinen Geburtstag, hatte Spaß und freute mich des Lebens.

Drei Jahre später kam es dick. Seit dieser Zeit habe ich ein Sternenkind und ein Jahr darauf kam das Fräulein Trulla in mein Leben.

Zuerst war es zuviel, es war dramatisch und mein Buch füllte sich rapide, die Handlung galoppierte im Rausch dahin und würde man es lesen können, es wäre eine wahre Tragödie .....

Dienstag, 22. Januar 2019

14 Jahre und kein bisschen leise - Fräulein Trullas Kommentar!

Werte Leserschaft,

ja, Sie werden es nicht glauben, aber ich bin es wirklich. Ihr Fräulein Trulla. Hat mich die Bauer doch glatt hier her gelassen. Damit ich freundlich (FREUNDLICH - sie hat es extra betont) einen kurzen Gruß sende. Weil wir ja jetzt schon 14 Jahre auf Gedeih und Verderb zusammen sind.
Ich bin ja immer freundlich. Als Absolventin der Schule für höhere Trullas bei Professor Trullerich ist das selbstverständlich für mich. Ich habe mich kurz echauffiert darüber, denn die Bauer unterstellt mir immer solche Gemeinheiten. Als ob ich ihr Schmerzen zufügen würde. Das sind Signale, Botschaften. Und sie? Unternimmt etwas dagegen. Kauft sich einen Crosstrainer und holt sich ihre Beine zurück. Sagt sie und trainiert ihre Beine und erreicht tatsächlich etwas. Dabei ist Sport doch Mord. Das wissen wir doch alle. Aber nein, die Gnädigste setzt sich durch und nun hechle ich hinterher. Denn ihre Laufstrecken werden länger.

Und sie sollte das besser wissen, denn schließlich sind wir jetzt 14 Jahre in dieser Gemeinschaft und ich erkläre ihr immer wieder geduldig, was sie zu tun und zu lassen hat. Zu meinem Leidwesen ist die Bauer aber wirklich stur und penetrant. Oft genug höre ich"Trullas müssen draußen bleiben".

Ihr Satz "Du bist unerwünscht hier eingezogen, hast dich festgefressen und kannst bleiben, ich hab mich mit dir arrangiert, aber das ist es, die Hauptrolle hier spiele ich" sagt doch alles. Dabei sollte ich die Hauptrolle spielen. Ich, die doch immer wieder direkt sagt, was los ist. Aber? Sie übersieht es. Übergeht mich und lebt. Und hat dann noch Spaß! Stellen Sie sich das vor! Sie. Hat. Spaß!!!!!! Das verstößt gegen jede Regel des Professor Trullerich. Und an diese muss man sich halten.

Neulich auch wieder. Ich habe ihr erfolgreich mit meiner Freundin Fatigue das Kino versaut. Kommt ihr Kerl, den sie "Herzblatt" nennt um die Ecke, sieht sie auf dem Sofa im Halbschlaf, meint "Oh Trullaalarm" und fängt an im Streamingprogramm den perfekten Film zu suchen, entscheidet sich für Star Wars und meint: Trulla das Imperium wird zurückschlagen. 

Zurückschlagen! Was glaubt dieser Kerl eigentlich? Ich bin gekommen um für immer zu bleiben. Und ich werde meine Rechte in diesem Haushalt waren. Darauf können sie sich verlassen. Es kann nämlich nicht sein, dass die Bauer sich nicht ordnungsgemäß und regelkonform verhält. Anstatt auf dem Sofa zu sitzen, ruhig und sittsam und meinen Ansagen zu folgen, macht sie das Gegenteil. Sie reist, spricht über mich in der Öffentlichkeit, warnt die Menschen vor mir und macht alles, was sich nicht gehört. Sie ist überhaupt nicht regelkonform und entspricht auch nicht den Erwartungen.

Ich sage Ihnen ehrlich werte Leserschaft, mein Leben wurde nicht schön. Es wurde anstrengend, mühsam und entbehrt jeder Grundlage, die das Leben einer Trulla von Welt ausmacht. Hätte ich das gewußt, hätte ich es mir mit der Laufbahn für höhere Trullas noch einmal überlegt. Aber ich kann nicht mehr zurück. Ich muss bleiben. Für immer mit der Bauer. Ist Ihnen klar, was das heißt?

Sie sagt, sie hat sich mit mir arrangiert und auch wenn sie mich bis heute nicht mag. Und da ich mich nicht abschütteln lasse, muss ich halt irgendwie mit. Rücksicht nimmt man ja auf eine gebildete Trulla nicht. Es ist ja schon ein Glück, dass sie erkannt hat, dass sie mich nicht los wird. Was sie nicht erkannt hat ist, dass man mich anders behandeln muss. Dass ich respektiert werden muss und einen gebührenden Platz in ihrem Leben wünsche. Was ich mir sonst wohin stecken kann, sagt sie, lacht dreckig und oft genug passiert es, dass mir nur eins bleibt: Abzuwarten. Draußen. In der Kälte oder im Keller, wo der Kater mir oft genug eine verpasst.

Aber ich gebe nicht auf. Irgendwann vielleicht kriege ich sie noch. Hoffe ich.

Ich hoffe wirklich, dass es Ihnen gut geht. Denn wer weiß, wann wir uns wieder lesen. So widerspenstig wie die Bauer ist, kann ein neuer Kontakt dauern ....

Beste Grüße
Ihr Fräulein Trulla!

Dienstag, 15. Januar 2019

Essen, Duschen, Schlafen .... wenn die Batterie leer ist oder Fatigue!

Es gibt in meinem Leben diese Tage. Sie sind voll, ereignisreich, schnell und nicht selten super anstrengend.Wenn ich dann am Abend quasi fertig habe, liegt sogar das Fräulein Trulla so erschöpft in der Ecke und ich habe dann nur drei Grundbedürfnisse:

Essen. Duschen. Schlafen.



Kein Dialog, kein Reden und schon gar keine schweren Fragen oder mein Strickzeug. Und wenn ich das schon mal nicht mehr in die Hand nehme, sondern nur noch vor mit hin starre und im Stillen überlege, wie ich das Bündel Körper jetzt am besten zum Bett bewege, heißt das was.

Batterie ist leer. Ich muss in die Ladeschale. Also ins Bett.

Dienstag, 8. Januar 2019

Vorsatzschaulaufen und Erwartungen ...



In den letzten Wochen startete das große Vorsatzschaulaufen. Überall hörte, las oder sah man von Diäten, Geld sparen und mehr. Was man sich halt so vornimmt. Oft wurde ich angesprochen, in Interviews oder Blogposts über meine Vorsätze und Erwartungen an 2019 zu sprechen.
Ich solle Beispiele sagen, wie man mit MS noch Erwartungen haben könne und welche Herausforderungen ich im neuen Jahr angehe. Das Problem war allerdings, ich habe keine Vorsätze oder Erwartungen.

Alle waren enttäuscht, weil ich mich dem Vorsatzschaulaufen so gar nicht anschließen wollte. Ich war ziemlich genervt von der Sachen, denn ich bin der Meinung, dass doch jeder selbst wissen muss, was er möchte, sich vornimmt oder plant. Stecke ich in den Schuhen der anderen? Nein. Und auch nicht in deren Leben.

Donnerstag, 3. Januar 2019

Mein Küchenbulldog und ich .... oder so ein bisschen Haushalt ...

"Das bisschen Haushalt ist doch kein Problem .....", sang Johanna von Koczian in meiner Kindheit. Ganz ehrlich, am Anfang war es das auch nicht. So vor der MS und in einer winzigen Wohnung in einer Wochenendbeziehung lebend.

Achtung: Das was jetzt kommt, könnte man als Werbung auffassen, ist aber unbezahlt und meiner totalen Begeisterung geschuldet.

Heute ist das "bisschen Haushalt" aber irgendwie schon anders. Das "bisschen Haushalt" hat MS im Spiel und damit ist die Sache oft nicht so einfach.